Vorteile von Sport in der Schwangerschaft

Sport in der Schwangerschaft - Vorteile von Sport

In diesem Beitrage sollen die Vorteile von Sport in der Schwangerschaft aufgezeigt und näher beschrieben werden. Ich habe erwähnt, dass Sport viele positive Effekte sowohl für Dich als Schwangere, als auch für Dein ungeborenes Baby bringt. Darüber waren sich sowohl Mediziner, als auch Sportwissenschaftler, samt Frauenärzte und Hebammen, einig. Sportliche Betätigung wird von den Ärzten heute sogar ausdrücklich empfohlen, was nicht immer so war.

Ob du ein Sport-Muffel oder Sport-Neuling bist, die gesundheitlichen Vorteile von Sport in der Schwangerschaft sind nicht zu unterschätzen. Im Folgenden habe ich die wichtigsten Vorteile, die durch wissenschaftliche Studien nachgewiesen wurden, für Dich zusammengefasst. Dies liefert Dir einen umfassenden Überblick und erspart viele Recherchen.

Allgemeine Vorteile von Sport in der Schwangerschaft

  • Regelmäßige Bewegung hält nicht nur die Mama, sondern auch das Baby fit. Während der Schwangerschaft kommt es zur Lockerung des Bindegewebes, damit eine Geburt ermöglicht wird. Durch Sport kann die beanspruchte Muskulatur, als auch das Bindegewebe gekräftigt werden.
  • Muskuläre Stabilisierung der Hüft-, Knie- und Fußgelenke, damit diese weniger unter dem Gewicht leiden. Die Muskeln der Körpermitte sind besser in der Lage, die veränderte Körperstatik auszugleichen und Becken, Wirbelsäule und Gelenke zu schützen. Muskelspannungen wird ebenso vorgebeugt.
  • Regelmäßige Sporteinheiten liefern Dir deutlich mehr Energie im Alltag bis zum Schwangerschaftsende z.B. für Spaziergänge, Treppensteigen, Shoppingtouren.
  • Der Kreislauf und die Sauerstoffversorgung werden angeregt, was optimal für eine gesunde Kindesentwicklung ist. Bewegung regt die Durchblutung der Gebärmutter und des Mutterkuchens an, was sich ebenfalls positiv auf die Versorgung des Babys auswirkt.
  • Feines Beckenbodengefühl wird entwickelt. Der Beckenboden bleibt kräftig genug, um das Gewicht der Organe plus das Baby zu tragen.
  • Die Entwicklung der Rektusdiastase (Bauchmuskel-Spalt) fällt geringer aus.
  • Stärkung des Immunsystems und Steigerung der Konzentrationsfähigkeit.
  • Während der Schwangerschaft kommt es zu einer Gewichtszunahme. Durch sportliche Aktivität bleibt die Gewichtszunahme kontrollierbar. Vor allem vor dem Hintergrund der Adipositasprävention ist auch für die Zielgruppe der Schwangeren körperliche Aktivität unbedingt empfehlenswert.
  • Sport ist ein wunderbares Mittel, um den Kopf mal für eine Weile abzuschalten.

Sport wirkt präventiv bei schwangerschaftstypischen Beschwerden und Krankheitsbildern!

Durch Sport kann folgenden Beschwerden vorgebeugt werden:

  • Der Darmträgheit (Verstopfungen),
  • schweren, geschwollenen Beinen und Füßen.
  • Thrombose- und Krampfaderrisiko sinkt deutlich, da Sport den Blutrückfluss zum Herzen fördert.
  • Vermeidung bzw. Verringerung von Inkontinenzbeschwerden, Hämorrhoiden durch regelmäßiges Beckenbodentraining.
  • Eine bestehende Skoliose verschlechtert sich normalerweise nicht.
  • Sport sorgt für eine gute Durchblutung der Haut, was wiederum Dehnungsstreifen vorbeugen kann.
  • Verhinderung von Nierenstau.
  • Sportliche Aktivitäten erhöhen die Glukoseaufnahme, sowie Insulinsensitivität und reduzieren somit das Risiko einer Schwangerschaftsdiabetes.
  • Regulierung des schwangerschaftsbedingten Bluthochdrucks.
  • Körperliche Umstellungsprozesse sowie hormonelle Schwankungen belasten weniger.
  • Müdigkeit zu Beginn der Schwangerschaft.
  • Rückenschmerzen treten seltener oder vermindert auf. Mit Zunahme des Bauchumfangs und des Anstiegs des Körpergewichtes verändern sich auch die Körperhaltung, die Statik und das Gangbild, wodurch Rückenschmerzen auftreten können. Sportliche Aktivität fördert eine ausgewogenere Haltung und beugt somit den Rücken- sowie Nackenschmerzen vor.
  • Zudem trägt Sport zur Koordinationsverbesserung und damit zur Reduktion des Verletzungsrisikos bei.

Wie wirkt sich Sport auf die Geburt aus?

Das Training macht sich natürlich auch während der Geburt bezahlt. Die werdende Mutter verfügt dadurch über große Kraftreserven und kann sich schneller von der Geburt erholen. Sportlich aktive Schwangere nehmen Ihren Körper bewusster wahr und können auf diese Weise den Geburtsprozess unterstützen:

  • Die Beckenbodenmuskulatur kann unter der Geburt bewusst eingesetzt werden (locker lassen), um das Hindurchtreten des Kindsköpfchens zu unterstützen.
  • Körperliche Belastbarkeit und das mentale Durchhaltevermögen sind gut ausgeprägt.
  • Sportlich aktive Schwangere haben den Wissenschaftlern zufolge mehr Ausdauer unter der Geburt
  • Frauen verfügen über mehr Kraft aus der Körpermitte, um das Baby in der Austreibungsphase der Geburt herauszupressen. Für eine Vaginalgeburt spielt das gute Körpergefühl eine wichtige Rolle.
  • Ebenso ist eine gute Beweglichkeit der Hüftgelenke für den Verlauf einer Vaginalgeburt von großem Vorteil.
  • Die Wehenarbeit kann besser unterstützt werden.

Welche positiven Auswirkungen hat Sport auf das Baby im Bauch?

  • Die aufrechte Haltung der Schwangeren, die während der sportlichen Aktivität trainiert und unterstützt wird, überträgt sich auch auf das Baby.
  • Da Sport nachweislich für einen psychischen Ausgleich sorgen kann und die werdende Mutter sich folglich wohler und ausgeglichener fühlt, empfindet das Baby weniger nervöse Störungen.
  • Aktive und gesunde Lebensweise der Mutter trägt auch zum gesunder Stoffwechsel und verbesserter Immunabwehr des Babys bei.

Sportlich aktive Schwangere haben auch weitere Vorteile gegenüber den inaktiven Schwangeren

  • Die körperliche Fitness einer sportlichen Schwangeren bleibt länger erhalten und kehrt nach der Entbindung schneller zurück.
  • Die Unannehmlichkeiten und Veränderungen der Schwangerschaft (wie z.B. Kreislaufprobleme, Müdigkeit, Wassereinlagerungen) verarbeiten sportlich aktive Frauen deutlich besser.
  • Sport fördert das individuelle Wohlbefinden und die psychische Ausgeglichenheit, aber auch besseren Abbau von Stress. Die Stimmung, sowie die Selbsteinschätzung (Selbstvertrauen) werden positiv beeinflusst. Das bedeutet:
    • Weniger Ängste, depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen.
    • Dein Wohlbefinden und die Selbstzufriedenheit steigen.
    • Du fühlst Dich weniger schwerfällig und bleibst beweglicher und mobiler.
  • Verbesserte Schlafqualität, die für die Erholung und die Gesundheit von Frau und Kind von größter Bedeutung sind. Das Schlafverhalten bei körperlich aktiven Frauen ist weniger gestört. Und sie leiden weniger unter Ein- und Durchschlafproblemen als inaktive Frauen.
  • Sport in der Schwangerschaft bereitet die Schwangere optimal auf die Höchstleistungen der Geburt vor. Es ist zwar nicht nachgewiesen, dass Du weniger Schmerzen als andere Gebärende empfinden wirst, jedoch lässt sich den wissenschaftlichen Untersuchungen entnehmen, dass sportlich aktive Frauen besser damit umgehen können. Dies ist ein deutlicher Vorteil, der im Schnitt zu deutlich weniger Schmerzmittel und geburtshelfenden Eingriffen führt.
  • Frauen, die in der Schwangerschaft sportlich aktiv waren, erreichen nach der Geburt schneller wieder ihr Ausgangsgewicht.

Meine Empfehlung für Dich!

Bei Sport in der Schwangerschaft kommt es auf das richtige Maß an. Wichtig ist bei allen sportlichen Aktivitäten auf die Signale Deines Körpers zu hören. Fühlst du Dich bei irgendeiner Übung unwohl, sofort unterbrechen oder nach einer Alternativübung umschauen bzw. den Trainer fragen. Ein qualifizierter Trainer wird diese immer für Dich parat haben.

Ich selbst war in meiner ersten Schwangerschaft ganz gespannt, ob Sport mit zunehmendem Gewicht und Bauchumfang, aber auch meinen persönlichen Zipperlein machbar ist. Seit einem unglücklichen Sturz leide ich gelegentlich unter Ischias-Beschwerden. Durch regelmäßige Sporteinheiten spüre ich jedoch im Alltag davon nichts. Dies sieht aber in der Schwangerschaft anders aus. Durch das zusätzliche Gewicht, bzw. den wachsenden Bauch, der immer mehr Druck auf das Becken ausübt, kommen diese wieder zum Vorschein. Diese lassen sich auf das Minimum reduzieren bis gänzlich vermeide, wenn ich regelmäßig Sport treibe. Lasse ich ein paar Einheiten aus, so kommt der stechende Schmerz bald wieder. Also für mich ist klar – Sport ist meine persönliche Therapie.

Ich hoffe, dass die Vorteile für Dich überzeugend genug sind, um loszulegen ohne weitere Überlegungen ;). Mach mit und halt Dich fit :)!

 

 

Quellenangaben: Dr. Susanne Friese, gyn-ruf.de; Jana Friedrich – Hebamme; Prä- und Postnatales Training von Verena Wiechers;  Sport in der Schwangerschaft, Leitfaden für die geburtshilfliche und gynäkologische Beratung von Marion Sulprizio und Jens Kleinert (2018); sowie wissenschaftliche Studien von Kagan u. Kuhn, 2004; Reeves et al. (1991); Artal u. O’Toole 2003; Clapp (2003); Fox (2000); Hutter (2013); Kagan u. Kuhn (2004); Abraham et al. (2001); Längsschnittstudie von Da Costa et al. (2003);  Nascimento et al. (2012); American College of Obstetricians u. Gynecologists (2015); Korsten-Reck et al. (2009); Lochmüller u. Friese (2004); Yin et al. (2014); Haakstad et al. (2007); Wolfe u. Davies (2003)

Im nächsten Beitrag werden mögliche Fragen zum Thema wie viel Sport in der Schwangerschaft nun erlaubt ist.