Mehrbedarf in der Schwangerschaft – muss ich für zwei essen?

Mamatime Blog - Mehrbedarf in der Schwangerschaft

Mich wundert es, dass wir doch noch oft zu hören bekommen „Du musst jetzt für zwei essen, Du bist doch schwanger!“. Das kommt von den Menschen aus der Familie oder dem Freundeskreis. Dies macht mir deutlich wie wenig Wissen diesbezüglich diese Menschen doch haben. Natürlich meinen sie es alle gut mit uns. Würden wir aber deren Rat befolgen, so haben wir höchstwahrscheinlich erst recht mit Übergewicht und dessen Folgen zu kämpfen.

In der Realität müssen Schwangere nicht die doppelte Menge verzehren, lieber doppelt so gesund. Es reichen bereits ca. 200 zusätzliche Kalorien völlig aus, um das Baby im Bauch zu versorgen. Tatsächlich kommt es nicht auf die Menge, sondern vielmehr darauf, was Du zu Dir während der Schwangerschaft nimmst. Denn das hat einen direkten Einfluss auf die Versorgung Deines Kindes und auf die Schärfung seiner Geschmacksnerven bereits im Mutterleib.

Wie viel sind denn 200 Kalorien?

Bereits eine Schüssel Müsli und 250ml Milch machen 200 Kalorien aus. Beispiele gibt’s es hierzu genug: auch eine Banane oder zwei Scheiben Brot mit Butter können bereits den Mehrbedarf in der Schwangerschaft decken. Wenn Du dir diese Beispiele anschaust, dann stellst Du fest, dass es nicht mal annähernd an die doppelte Verzehrmenge rankommt, sondern eben nur einen kleinen Mehrbedarf ausmacht J.

Zudem sind Ärzte der Meinung, dass diese Zusatzkalorien ab Beginn der zweiten Schwangerschaftshälfte oder erst im 3. Trimester benötigt werden. Das heißt vorher ernährst Du dich ganz normal. Vorausgesetzt Du hast die für Dich empfohlene Tagesbedarfsmenge an Kalorien gedeckt. Dies muss natürlich individuell berechnet und entschieden werden. Zudem kommen noch weitere Einflussfaktoren wie z.B. Dein Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft. Hast Du zu wenig oder zu viel gewogen, so muss die empfohlene Tagesbedarfsmenge während der Schwangerschaft entsprechend angepasst werden und dann individuell entschieden werden, ob Du bereits während des 1. und 2. Trimester zusätzliche Kalorien benötigst.

An dieser Stelle möchte ich noch gern darauf hinweisen, dass die Schwangerschaft nicht der richtige Zeitpunkt für Diäten ist. Das heißt, selbst wenn du etwa zu viel auf den Hüften hast, warte mit dem „Kampf gegen die Pfunde“ bis nach der Geburt, um Dein Kind während der Schwangerschaftszeit mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen und Fehlbildungen zu vermeiden.

Achte auf regelmäßige Mahlzeiten während der Schwangerschaft

Ausgewogene und regelmäßige Mahlzeiten sind während der Schwangerschaft sehr wichtig, um eine gesunde Gewichtszunahme zuzulassen und eine gesunde Entwicklung und den Wachstum Deines Babys zu gewährleisten.

Fachexperten und Ärzte empfehlen sechs kleine Mahlzeiten am Tag. Diese gewährleisten eine optimale Nährstoffaufnahme und vor allem stabile Blutzuckerwerte. Vorausgesetzt es handelt sich um ausgewogene Mahlzeit und kein Fast Food ;). Kleine, aber regelmäßige Mahlzeiten haben den Vorteil, dass du z.B. Sodbrennen, Übelkeit, Verdauungsstörungen und weiteren schwangerschaftsbedingten Beschwerden vorbeugen kannst.

Das kann ich in meiner aktuellen Schwangerschaft ( nur bestätigen. Sobald meiner üblich normalen Portionsgröße vor der Schwangerschaft ähnelt, fällt die Verdauung mit zunehmenden Schwangerschaftsverlauf schwieriger. Dies macht sich vor allem ab dem 3. Trimester deutlich bemerkbar. Ich fühle mich total vollgestopft und wie aufgeblasen. Große Portionen belasten und beschweren unseren Verdauungstrakt. Zudem nimmt der Umfang des Bauches zu, so dass die Verdauungsorgane immer weniger Platz haben und das macht unserem Körper viel zu schaffen.

Dagegen sind kleinere Portionen weniger belastend und haben den Vorteil, dass Du zum einen die Überdosierung vermeidest und zum anderen die Verdauung anregst bzw. beschleunigst. Dadurch lässt sich die Müdigkeit, Trägheit und Völlegefühl nach dem Essen vermeiden. Dies hängt aber auch stark davon ab, was bei Dir auf den Teller kommt. Hast du eine Haxe verdrückt, auch wenn sie klein war, so wirst Du dich im Anschluss höchstwahrscheinlich Träge fühlen, weil Dein Magen wesentlich länger mit der Verdauung schwerer Kost, insbesondere Fleisch, beschäftigt ist. Handelte es sich um eine ausgewogene und ballaststoffreiche Mahlzeit, mit viel Gemüseanteil, so ist diese Kost in der Regel sehr bekömmlich, schwerelos und leichter verdaulich.

Worauf ist bei einer Ernährungsumstellung während der Schwangerschaft zu achten?

Hast Du eine starke Ernährungsumstellung während der Schwangerschaft (30 SSW) vor, etwa weil Du vorher gerne zu Fertiggerichten oder Tütenessen gegriffen hast (ganz egal, ob aus Zeitgründen, Bequemlichkeit oder sonstigen Gründen), so beachte, dass Du aufgrund der Umstellung auf gesündere Kost mehr Hunger als sonst verspüren kannst. Ist dem so, rate ich Dir Deinen Hunger nicht mit Schokolade, Chips oder sonstigen Naschereien und Knabbereien zu stillen, sondern eher zu Obst und Gemüse zu greifen, da sie sehr gute Nährwert- und Energielieferanten sind. Zudem werden die Geschmacksnerven Deines Kindes bereits in der frühen Entwicklung auf gesundes Essen getrimmt und nicht industriehergestellte, farb- und konservierungsstoffbeigesetzte Lebensmittel gewöhnt.

Vorteile einer ausgewogenen und kontrollierten Ernährung

  • Das Risiko an einer Schwangerschaftsdiabetes zu erkranken bleibt gering. Denn, solltest Du schwangerschaftsbedingte Diabetes bekommen, so steigt das Risiko, dass auch Dein Kind mal an Diabetes erkrankt. Um diesem Risiko vorzubeugen, werden dann streng kontrollierte Diäten mit Begleitung von Diabetologen und Ernährungsberatern angeordnet, um die Insulinwerte einer Schwangeren bis zur Geburt zu kontrollieren und stabil zu halten.
  • Besserer Verdauungstrakt, weniger Verdauungsprobleme wie Verstopfungen, Blähungen, Völlegefühl.
  • Weniger bis keine Heißhungerattacken.
  • Die Gewichtszunahme bleibt kontrollierbar, es werden wichtige Nährstoffe aufgenommen und deutlich weniger „Dickmacher“.
  • Deutlich stabilere Blutzuckerwerte, keine großen Schwankungen.
  • In der Regel weniger schwere Geburten, da das Gewicht des Kindes im Normbereich liegt.
  • Zudem bleiben nach der Geburt weniger überflüssige Kilos an Dir kleben ;).

Fitte und gesunde Mütter – bekommen fitte und gesunde Kinder!

Und das wünsche ich Dir auch :)!

Im nächsten Blogbeitrag erfährst Du mehr über gesunde Ernährung in der Schwangerschaft. Vor allem, wie Du Dich ernähren kannst, wovon lieber weniger und wozu Du ruhig Mal öfter greifen kannst ;).